Wir warten weiter

Was hat das Foto von der Hauptstraße in Stolk mit der Bundespolitik zu tun? Nichts. Aber beinahe doch! Wir klären auf:

Die Landesstraße 28 (Das ist bei uns die Hauptstraße) ist in keinem guten Zustand. Der dazu gehörende Radweg ist zwischen Böklund und Idstedt der gefühlt mieseste im ganzen Land. Ein weiteres Foto zeigt eine von ungezählten Absackungen zwischen Aufwölbungen und das letzte Foto beweist nur, dass diese Stelle wirklich in Stolk aufgenommen wurde.

Eigentlich gibt es hier bloß eines: sanieren! Aber das funktioniert nur im Zusammenhang mit der Sanierung der Landesstraße. Darüber würden sich die Anlieger der Hauptstraße freuen; denn was kein Foto zeigt: Seit dem Glasfaserausbau hört man jede Achse eines leeren Anhängers bei jeder Unterquerung mit Glasfaser laut knallen – in einigen Häusern an fünf Stellen nicht zu überhören.

Unser damaliger Bürgermeister hat sich darüber beschwert mit diesen Ergebnissen: Die Ausbaufirma hat seinerzeit alles richtig gemacht. Die beim Hindurchschießen entstandenen Aufwölbungen der Fahrbahndecke waren bedingt durch mangelhaften Unterbau bei der Asphaltierung 1957. Deren Beseitigung ist allein Sache der für Stolk zuständigen Straßenmeisterei, und deren damaliger Leiter hat entschieden, dass das Abfräsen der Aufwölbungen ausreichend gewesen ist. Tatsächlich sind mit bloßem Auge keine aus Dänemark bekannten „bumper“ mehr zu sehen – leere Anhänger hingegen beweisen laut, dass sie nicht vollständig weg sind.

Dass die L 28 sanierungsbedürftig ist, weiß das Land schon lange. Die Medien wussten früher, dass ein Ausbau 2021 anstehen könnte. Ein Jahr später wurde sogar ein Mitarbeiter der Straßenverkehrsbehörde innerorts beim Aufmaß gesehen. Passiert ist jedoch nichts.

Und nun kommt die große Politik ins Spiel: Bundesweit ist ein Sondervermögen (= ein anderes Wort für Schulden) in Höhe von 500 Milliarden Euro aufgelegt worden. Mit diesem historischen Investitionspaket soll Deutschland modernisiert werden. Kommt davon etwas in Stolk an? Wir haben recherchiert:

Schleswig-Holstein erhält aus dem Bundespaket 3,4 Milliarden Euro. Davon gehen kommunalfreundlich 62,5% an die Städte und Gemeinden, und von den restlichen 1,3 Milliarden Euro werden 200 Mio. Euro für Straßenbau verwendet. In den Kreis Schleswig-Flensburg fließen aus dem Sondervermögen 83 Mio. Euro in den Ausbau von Landesstraßen.

Das bedeutet für dieses und das nächste Jahr die Sanierung von 40 km und von einer Brücke zuzüglich der ohnehin geplant gewesenen 20 km. In unserem Kreis sind das 19 Projekte, und auch die L 28 ist dabei – aber von Böklund 4 km bis Hollmühle.

Das ist für weitere zwei Jahre eine schlechte Nachricht für Radfahrer und Hauptstraßen-Anwohner. Aber es hat auch eine gute Seite: Bei einer Straßenerneuerung ist die Gemeinde im Innerortsbereich zuständig für die Angleichung der Kanalschächte und Bordsteine. Das wird einen hohen Betrag verschlingen. Vielleicht hat Bürgermeister Kai Börensen auch das gemeint, als er in der letzten Sitzung sagte: „Lasst uns mit eigenen Ideen was machen, solange wir noch Geld haben!“ Wenn nämlich die L 28 saniert wird, wird’s leerer im Stolker Geldbeutel.