Edgar Petersen trat ans Rednerpult und holte aus:

„Mir ist aufgefallen, dass uns ein Soldatengrab von 1850 zwischen Karrenberg und Langsee abhanden gekommen ist. Und wo ist es wieder aufgetaucht? Bei Schleppegrell in Stolk!
Und da scheint Methode hinter zu stecken. Ich hab hier den Beweis: Ein Stolker raubt eine andere Grabanlage in der Idstedter Feldmark
und 150m weiter in Stolk ist die Gedenkstätte viel schöner wieder aufgebaut, als sie je gewesen ist:
Ihr macht das sogar ganz öffentlich, ohne euch zu verstecken. Das sieht dann harmlos und freundlich aus – Stolk putzt und reinigt unser Museum, und plötzlich regelt ihr da alles und übernehmt das:
Damit wir nicht alle unsere historischen Stätten verlieren, haben wir die Bundeswehr zur Bewachung herangezogen:
Aber seit in Litauen ´ne neue Brigade aufgebaut wird, hat die Bundeswehr für uns kein Personal mehr. Und deshalb ist unsere einzige Chance: Wir müssen mit euch fusionieren; dann bleiben die Gräber da, wo sie jetzt sind.
Aber, meine lieben Stolker, ich will unser Motiv für eine Fusion jetzt mal von der anderen Seite aufziehen: Es gibt doch unsere Freundschaft schon seit ewigen Zeiten. Erinnert euch: Wir haben euch eine eigene Stolker Badestelle an unserem See abgegeben. Hier der Beweis: Vier Stolker Geschwister mit einem Nachbarsjungen vor 67 Jahren bei uns im See:
Und was war in den 70-er Jahren? Wo habt ihr Stolker da Fußball gespielt? Bei uns auf dem Sportplatz!
Da hatten Stolk und Idstedt ja schon längst was ganz Tolles: einen eigenen Schulverband mit drei Schulen in Stolk, Stolkerfeld und Idstedt. Die Großen waren damals bei uns. Hier seht mal: 50-jähriges Entlass-Jubiläum 2018. Erkennt ihr eines der Kinder aus dem See wieder?
Busunternehmer Oskar Schneider hat die Kinder unserer beiden Dörfer zwischen den Schulen hin und zurück gefahren. Seit 1972 macht das bis heute (!), in der Strecke erweitert bis Böklund, unser Fiete. Wenn die Zusammengehörigkeit von Idstedt und Stolk ein Gesicht hat, dann dieses:
Auf allen Ebenen arbeiten wir seit Jahrzehnten freundschaftlich zusammen, z.B. im Chor:
Auch unsere Schützen verstehen sich prächtig, wobei ihr oft besser seid. Guckt mal hier: Sechs Preisträger, fünf Stolker und nur ich aus Idstedt:
Mit unseren Freiwilligen Feuerwehren klappt das ja wohl gewaltig gut. Hier – beide Bürgermeister und beide Wehrführer dokumentieren ihre freundschaftliche Zusammenarbeit:
Und das haben die beiden Vorgänger-Bürgermeister auch schon verstanden, hier zunächst als Kameraden…
…und hier in einer legendären Aktion an der Gemarkungsgrenze im Schleppegrellweg, den ihr seit dem Mittelalter als „Stadtweg“ kennt:
Bleibt noch nachzutragen, dass sich auch unsere DRK-Ortsvereine immer öfter zusammentun:
Also – ich hab da schon mal was vorbereitet. Ihr braucht nur noch zu unterschreiben.“
Als erster machte sich unser ehemaliger Bürgermeister Friedrich Karde daran, unter Aufsicht einer Verwaltungsfachkraft vom Amt Südangeln seine Unterschrift zu leisten.
Plötzlich stockte er: „Das ist ja gar nicht unser Fusionsvertrag! Hier steht ´Die neue Großgemeinde trägt den Namen Idstedt`. So geht das nicht! Wir hatten uns schon vor einem Jahr auf den Namen Stolk geeinigt.“
„Na ja“, meinte da Idstedts jahrzehntelanger Bürgermeister Edgar Petersen, „das ist ja so: …“
Was nun folgte, glich einem Neuschreiben der Geschichte. Aber das ist Inhalt vom heutigen Teil drei.
















