Um die drei Beiträge dieses Tages inhaltlich einordnen zu können, muss man auf den Tag genau ein Jahr zurückgehen. Damals nahm die Expansion eines bekannten Dorfes ihren Anfang.
Jetzt sieht man Idstedts Bürgermeisterin Simone Emken im „Goldenen Stern“ – was hat das zu bedeuten? Wir klären auf:
„Ich bin heute mit anderen wichtigen Leuten zu Ihnen gekommen, um auf den Tag genau ein Jahr nach unserem Einspruch gegen die Fusion von Stolk und Süderfahrenstedt zu erklären, wie es mit der Gebietsreform weitergehen kann. Sie erinnern sich: Idstedt hatte verlangt, in die angedachte Fusion einbezogen zu werden. Nachdem wir mit unseren Gremien und Vereinen alles diskutiert haben, gibt es nun ein Ergebnis:
Ja, wir wollen dazugehören. Aber wir knüpfen das an zwei Voraussetzungen: 1. Wie gut klappt denn bisher die Zusammenarbeit zwischen Stolk und Süderfahrenstedt?“ – „Oh, wir sind hochzufrieden“, hörte man im Saal jemanden rufen. „Bei Alarm rücken die Süderfahrenstedter mit Blaulicht bei uns aus und wir machen bloß die Ausfahrt frei. Hier – gucken Sie selbst!“
„Ich bin beeindruckt. Ganz wichtig ist 2. für uns auch, wie Sie das mit Recht und Ordnung halten. Vor einem Jahr hatten Sie von zwei Typen berichtet, die sich auf dem Langsee gesetzeswidrig verhalten haben. Sind die dafür bestraft worden?“ – „Aber klar: Eine hochrangige Delegation hat die beiden persönlich zur Polizei gebracht.“
„Dann ist ja alles klar: Idstedt macht mit. Aber bevor wir den Fusionsvertrag unterschreiben, will ich Ihnen erläutern, warum wir dazugehören wollen. Bisher waren wir ja mit der Gemeindegrenze schon im Klammergriff von Stolk. Aber wenn künftig noch Süderfahrenstedt dazukommt, gibt es auf dem Weg nach Böklund nicht mal mehr Güldenholm als Ausweichstrecke – immer müssen wir dann durch Stolk. Und ganz schrecklich haben wir festgestellt: Nicht mal mehr über Neuberend können wir nach Schleswig, weil nicht nur der Langsee, sondern auch sein Zulauf in Schwanholm zu Süderfahrenstedt, also künftig zu Stolk gehört.
Ins Oberzentrum nach Flensburg führen sowieso alle Wege durch Stolk, selbst wenn wir in Gammellund auf die Schnellstraße fahren. Die einzige Chance, nicht durch Stolk zu müssen, wenn wir in ein Zentrum wollen, ist von Idstedtkirche über Wilhelmslust. Deswegen haben wir diese Straße schon kräftig sanieren lassen:
Sie fragen sich: Wieso hatten wir bisher ein Problem damit, durch Stolk zu fahren? Das kann ich Ihnen zeigen. Wir hoffen, wenn wir erst dazugehören, halten diese Schikanen auf. Gucken Sie mal hier: In Stolk läuft das halbe Dorf zu Fuß auf der Landesstraße.
Oder Sie blockieren die Hauptstraße mit ´ner rollenden Musikanlage und Disconebel!
Und dadurch wecken Sie dann Leute auf, die auf der Straße geschlafen haben:
Und wenn wir denken, wir haben endlich freie Fahrt, dann ziehen Sie plötzlich sämtliche Riesen-Saugwagen der Region bei sich zusammen.
Völlig unvermittelt kommen uns Schiffe auf Ihrer Hauptstraße entgegen:
Ist doch klar, dass wir Gas geben, wenn wir das alles hinter uns haben. Und dann? In Stolk wird man gerne mal geblitzt, und das schon mit Laser auf eine Entfernung, wo wir noch gar keinen Polizisten erkennen.
Und plötzlich winkt die Polizei uns raus. Was meinen Sie, wieviel Geld wir schon blechen mussten, nur weil wir durch Stolk gefahren sind?!
Das geht anderen auch so. Die sind dann hinterher so perplex, dass keiner mehr was schnallt: Völlig ohne Vorwarnung herrscht Linksverkehr auf der L 28 in Stolk!
Und das Dollste ist: Unsere Männer hauen auf die Bremse, weil in Stolk halbnackte Feuerwehrfrauen am Straßenrand sitzen – unglaublich!
Wenn wir das dann endlich fast geschafft haben, ist Vollsperrung kurz vorm Ortsausgang nach Böklund. Da müssen wir zurück, und dann geht das Ganze wieder von vorn los!
Also, meine Damen und Herren, Sie sehen, es kann nur besser werden für Idstedt, wenn wir uns Stolk anschließen. Dann hören solche Schikanen gegen uns auf.“
„Bevor der Fusionsvertrag unterschrieben wird, hab auch ich noch was zu sagen“, meldete sich der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Idstedt-Stiftung, Edgar Petersen, zu Wort.
Was er vorbrachte, steht heute in Teil 2 von „Stolk wird größer“ …












