Schon Ende letzten Jahres hat Dirk Mordhorst unsere Redaktion auf etwas Wichtiges hingewiesen, das wir bis jetzt zurückgehalten haben, weil wir es nicht glauben mochten. Selbst die offizielle Information hat zum Jahresanfang nicht gezeigt, dass Stolk seit dem 2. Januar abgehängt ist – im öffentlichen Personennahverkehr.
Wer sich noch am 9. Januar an eine Bushaltestelle im Ortskern gestellt hat, konnte lesen, dass man wochentags siebenmal nach Schleswig fahren kann, von dort achtmal zurück und gar zehnmal nach Böklund. Aber ein Bus ist nicht gekommen zu den ausgehängten Zeiten (Vorgestern war der ÖPNV sowieso dem Winter unterlegen).
Der neue Fahrplan weist aus, dass in den Schulferien überhaupt kein Bus mehr fährt. Und an Schultagen kommt man nur noch „in aller Herrgottsfrühe“ nach Schleswig (und zurück um 13:30 Uhr) oder am Nachmittag, was überhaupt nichts bringt, weil der Bus sofort, nämlich um 15:34 Uhr zum letzten Mal nach Stolk fährt.
Tatsächlich haben die Schleswiger Nachrichten schon am 2.1. berichtet, dass die Linie 635 (SL-Mohrkirch über Stolk) auf schülerrelevante Fahrten reduziert ist.
Zeitgleich ist das Angebot des On-Demand-Verkehrs im Projekt „Smile 24“ reduziert hinsichtlich der Betriebszeiten und des Einsatzgebietes: Die Shuttles verkehren montags bis donnerstags von 5-21 Uhr, freitags von 5-24 Uhr, samstags von 6-24 Uhr und sonntags von 9-20 Uhr. Außerdem ist der Einsatz begrenzt auf jeweils eines von neun Gebieten in der Schleiregion. Vom Zuschnitt her könnte Stolk vielleicht zur Region Thumby-Böklund-Nübel gehören; die anderen acht Gebiete liegen jedenfalls noch weiter von uns entfernt. Wenn wir nicht dazugehören, ist Stolk auch aus diesem Projekt raus. Das macht die Lage allerdings nur wenig schlechter; denn Schleswig ist seit Jahresbeginn sowieso kein originäres Einsatzgebiet mehr für „Smile 24“.
Nachdem der Kreis vor Einführung des bisherigen Fahrplans mit allen Bürgermeistern zusammengearbeitet hat, wirkt es nun befremdlich, dass die Gemeinde überhaupt keine Information darüber erhalten hat, dass der Ortskern von Stolk im ÖPNV abgehängt ist.
Dirk Mordhorst hat sich hierzu so geäußert: „Ich hätte mir ja einen Aushang an den Haltestellen gewünscht mit einem Hinweis auf den Wegfall bzw. über die reduzierte Bedienung der Haltestellen. Das wäre für die Menschen hilfreich gewesen, die keine App oder andere elektronische Fahrplanauskunft nutzen. Aber da bin ich vielleicht zu altmodisch oder gehöre noch zur analogen Generation.“
Immerhin läuft seit dem 20.11. und noch bis Ende Januar eine Umfrage im Kreisgebiet zur Mobilität. „Gestalten Sie mit uns die Mobilität von morgen!“ heißt es da und „Nehmen Sie an der Umfrage teil und bringen Sie Ihre Ideen auf einer Dialogkarte ein – ganz einfach online!“ Wir zeigen hierzu den passenden QR-Code. Aber mal ganz sachlich: Bereits im Dezember hatte Dirk Mordhorst den neuen Fahrplan im Internet entdeckt. Da war Stolk bereits abgehängt.
Bis hierhin war unser Beitrag schon lange fertig und zurückgehalten in der Hoffnung, nach Anlaufschwierigkeiten würde sich zeigen, dass doch alles besser ist. Mitnichten! Der erste Schultag hat bewiesen: Ein Bus fährt nur um 6:33 Uhr und bringt die Schüler so früh an die Schulen, dass diese noch gar nicht geöffnet und auch Aufsichten nicht anwesend sind!
Diesen inakzeptablen Zustand haben Eltern Gemeindevertreter Stefan Rohweder mitgeteilt, und er hat sofort alle Kommunalpolitiker in Kenntnis gesetzt. Da braut sich zu Recht was zusammen mit dem Leitgedanken: „Das lassen wir Stolker uns nicht gefallen!“