Was schon seit Monaten an der Landesstraße 28 außerorts zu sehen war, hat uns in der Nacht zu vorgestern auch im Ortskern heimgesucht: Die Verteilerkästen für Strom und Glasfaser sind seitdem blau-weiß-rot.
Es mag ja sein, dass das ursprüngliche Grau einen tristen Eindruck hinterlassen hat. Trotzdem darf man sich an fremdem Eigentum nicht willkürlich nach eigenem Geschmack vergreifen. Wenn die heimliche Nachtarbeit wenigstens sauber ausgeführt wäre! Unsere Großaufnahme zeigt stattdessen, wie stümperhaft und wahrlich nicht meisterlich hier jemand zu Werke gegangen ist. Außerdem passt die Farbgebung auf dem „Platz am Eichenhof“ keineswegs in das naturnahe Gesamtensemble.
Am Beispiel des Glasfaserkastens an der Abzweigung in den „Stadtweg“ haben wir bereits am 21.8. gemutmaßt, dass ein Fan von Holstein Kiel sich immer wieder öffentlich austobt. In der Nacht vor dem DFB-Pokal-Nordderby im Volksparkstadion hätte diese Kasten-Schmiererei damit ein zeitliches Motiv (ist aber nicht verantwortlich für den 5:3-Sieg der „Störche“ nach Elfmeter-Krimi).
Schaut man sich die anderen Schaltkästen entlang der Hauptstraße an (einen auch in der Nacht zum 3. Dezember gestalteten zeigen wir), könnte man ebenso denken, der Graffitti-Lehrling sei ein bekennender Schleswig-Holsteiner. Das wäre ja da, wo es optisch hinpasst, gar nicht übel. Nur – warum hat der Landesfanatiker ausgerechnet unseren geselligen Dorfplatz zur französischen Besatzungszone erklärt?!