Protest

Unser Foto zeigt, wer unter Führung von Bürgermeister Kai Börensen und mit Unterstützung durch Amtsvorsteher Jürgen Steffensen gestern um 14 Uhr in Oberstolk am Protest teilgenommen hat dagegen, dass Stolk im öffentlichen Personennahverkehr abgehängt ist und während der Ferien sogar überhaupt nicht mehr vorkommt.

Noch gestern hing ein Fahrplan aus, der seit Jahresbeginn gar nicht mehr stimmt. Ganz direkt kriegten das alle mit, weil gemäß Aushang um 14:06 Uhr ein Bus nach Schleswig fahren sollte – es kam aber keiner.

Konkret äußerten die Protestler gegenüber einer SN-Reporterin ihren Unmut über diese Inhalte:

Auf den Wegfall der meisten Verbindungen ist vorab an den Haltestellen nicht hingewiesen worden. Schüler Schleswiger Schulen müssen den Bus um 6:30 Uhr nehmen und stehen dann vor verschlossenen Schultüren; auch Lehreraufsichten sind dann nicht organisiert.

Ältere Stolker ohne Auto, aber mit regelmäßigen Arztterminen in Schleswig, müssen frühmorgens in einem überfüllten Schülerbus in die Kreisstadt und können in demselben Gedränge erst um 13:30 Uhr wieder zurück.

Im Internet ist eine weitere Rückfahrt aus Schleswig um 15:34 Uhr einsehbar. Der zuvor genannte Bus muss also von Mohrkirch wieder nach Schleswig gekommen sein; im Internet gibt es jedoch einen seit Jahresbeginn geltenden Fahrplan mit nur einer einzigen Fahrt von Stolk nach Schleswig, nämlich um 6:30 Uhr. Fährt der Mittagsbus also leer in die Stadt zurück, ohne anzuhalten?

Jemand beklagte den Wegfall der Busverbindungen, der morgen um 8 Uhr sein Auto zur Inspektion in einer Schleswiger Werkstatt angemeldet hat, wo kurz vor 12 Uhr die TÜV-Prüfung ansteht. Entweder verliert er den kompletten Vormittag, oder er braucht zwei Taxifahrten. „Das wird ein teurer TÜV!“

Auf den Nah-Shuttle des bisherigen Projekts „SMILE 24“ kann man auch nicht ausweichen: Schleswig ist für ihn kein originäres Einsatzgebiet mehr, und nach Idstedtkirche zum Anschluss an die Flensburg-Schleswig-Linie lässt er sich seit Jahresbeginn nicht mehr buchen; denn Idstedt gehört nicht zur selben Region wie Stolk, und neuerdings darf der Shuttle-Bus Regionsgrenzen nicht mehr überqueren.

Also: Zurzeit ist Stolk im ÖPNV abgehängt. Während ganz Deutschland zur Verkehrswende getrieben wird, gibt es im Norden der Republik ein Dorf, das dabei nicht mitmachen darf. Genau deshalb machten gestern empörte Stolker ihren Protest öffentlich.