Dies sollte ein fröhlicher Bericht werden über eine harmonische Dorfgemeinschaft, die am Donnerstag am und im Vereinshaus Paleg bei sattem Frühlingswetter gesellig in den Mai feierte. Doch am heutigen Freitagmorgen folgte der Schreck:
Der im Boden fest verkeilte Maibaum ist abgesägt, die Spitze mit dem geschmückten Maikranz ist abgesägt und verschwunden, das zehn Meter lange Girlandentau ist durchgeschnitten, und der Rest des nun liegenden Stammes ist durch grobe Einwirkung lädiert.
Fassungslosigkeit machte sich breit, als Bürgermeister Kai Börensen, der „General-Manager“ des Maibaumfestes Malte Röh und unser Redakteur die Straftat in Augenschein nahmen. Es muss nach halb zwei in der Nacht passiert sein, weil nach dem Aufräumen die letzten erst dann das Gelände verlassen haben.
Die Gemeinde wird bei der Polizei Anzeige erstatten und setzt eine Belohnung aus in Höhe von 500 Euro für einen Hinweis, der den oder die Täter überführt.
In diesem Zusammenhang weisen wir auf eine ungeschriebene Heimat-Tradition hin: Bis Mitternacht kann eine Nachbargemeinde den Maibaum klauen. Er wird dann am folgenden Tag mit einer Kiste Bier ausgelöst und heimgeholt. So ist es in der letzten Nacht tatsächlich zwischen zwei Nachbardörfern von Stolk geschehen. Aber hier bei uns hat jemand diese Tradition gründlich missverstanden und in die Schandkiste der Ehrenamts-Zerstörung gegriffen: Unsagbar viel Arbeit haben Freiwillige unentgeltlich in den Stamm, Maikranz, seinen floristischen Schmuck, die Herrichtung des Geländes investiert – alles vernichtet! Nur wer gestern Abend für Essen und Trinken sorgte, hat nicht umsonst gearbeitet: Es diente einem herrlichen Frühlings-Dorffest. Ab halb zwei heute früh ist wieder Alltag.