Jagdgenossenschaft

Die Jagdgenossenschaft Stolk ist die Gemeinschaft von Landbesitzern jagdbarer Flächen (also nicht Wohngrundstücken) innerhalb der Gemarkung von Stolk, sofern diese Ländereien nicht zu einer Privatjagd gehören. Diese Genossenschaft hat in der vorigen Woche ihre Generalversammlung im Gasthof „Zum goldenen Stern“ abgehalten.

Dabei war turnusmäßig für vier Jahre der Vorstand zu wählen. Unter der Wahlleitung von Holger Mordhorst gab es einstimmige Wiederwahl für alle fünf Vorstandsmitglieder. Unser Foto zeigt (v.li.)  Jagdvorsteher Sönke Dreesen, Schriftführer Kai-Uwe Jensen, stellvertretende Vorsteherin Ute Koll, Beisitzer Jan Detjens und Beisitzer Alexander Kramer.

Vom Regietisch aus führten Sönke Dreesen und Kai-Uwe Jensen durch die Tagesordnung (2. Foto). Da gab es zunächst das ausführliche Protokoll der letzten Versammlung sowie einen Bericht über etliche Termine im Zusammenhang mit einer Wildschadensmeldung, aber auch mit dem Überreichen von Geldgeschenken an örtliche Vereine. Damit hatten die Landbesitzer die Pacht, die sie von den Jägern erhalten, damit diese ihre Flächen betreten dürfen, für gute dörfliche Zwecke gespendet.

Auch die Einnahmen und Ausgaben legte Sönke Dreesen vor, wobei er anmerkte: „Unsere Zinsen sind so hoch wie die Kontoführungsgebühren.“ Torge Mordhorst bescheinigte: „Sauber geführt, alles nachvollziehbar, Belege alle da.“ Die Entlastung für die Vorstandsarbeit kam daher schnell und einmütig.

Das im bald zuende gehenden Jagdjahr noch vorhandene Guthaben soll, so beschlossen die Landbesitzer, für etwa 100 Wildspiegel an den Einfallstraßen von Stolk verwendet werden, weil die vor 15 Jahren angeschafften Reflektoren inzwischen fast alle nicht mehr an den Leitpfosten vorhanden sind.

Die Versammlung endete mit zwei wichtigen Vorträgen. Zunächst zeigte Kai-Uwe Jensen auf, was er bei seinem Streifzug durch Gesetze, Verordnungen und Ausführungsbestimmungen zum Thema „Wildschadensregulierung“ herausgefunden hatte. Das Wichtigste: Binnen einer Woche nach Kenntnis oder, wenn man mit nötiger Sorgfalt Kenntnis hätte erlangen können, ist ein schriftlicher Antrag auf Regulierung beim Ordnungsamt Südangeln einzureichen. Die Behörde regelt dann alles Weitere, wie Bestellung eines Gutachters (Ist das überhaupt ein Wild- oder Wetterschaden? Ist der Schaden frisch oder alt?) und eines vereidigten Schätzers.

Kai-Uwe Jensen nannte Beispiele aus Ordnungstheorien, die im praktischen Landwirtsalltag kaum durchführbar sind. Sein Fazit zu alldem: „Landwirte und Jäger müssen miteinander reden!“

Abschließend berichtete Holger Mordhorst (3. Foto) über den aktuellen Wildbestand im Revier Stolk: Rehe gibt es genug mit Ausnahme der Helligbeker Wiesen seit dem Ausbau der Straße durch den Windpark. Damwild taucht vermehrt in kleinen Gruppen auf. Schweine ziehen sporadisch durch, sind mal da und mal nicht, aber „wir behalten sie im Auge“. Der Fasanenbestand hat sich erholt, bei Rebhühnern hingegen geht er gegen Null. Graugänse passen sich gut an, und Stockenten „dümpeln auf niedrigem Niveau“. Erstaunlicherweise überleben einige Kaninchen trotz Seuche immer noch, und im Frühjahr sieht man viele Hasen rennen, aber im Herbst sind die meisten weg. Fischotter sind inzwischen auch in Stolk heimisch; als Indikator zeigt das Wasserläufe in guter Qualität an. Marderhunde werden bejagt, „aber die kriegen wir nicht mehr weg“, und kürzlich wurde sogar ein Waschbär gesichtet.

Drei Kleinigkeiten bleiben noch nachzutragen: Zu Kassenprüfern wählte die Versammlung Hans-Otto Röh (zwei Jahre) und Holger Mordhorst (Wiederwahl für ein Jahr). Weiterhin stellte Sönke Dreesen fest: „Die Kasse der Genossenschaft unterschreitet die Grenze zur Umsatzsteuerpflicht“ und er bedauerte: „Den versprochenen Zugriff auf das digitale Flächenkataster haben wir zurzeit leider immer noch nicht.“