Vor drei Tagen waren Antje und Reiner Haß genau 50 Jahre verheiratet. Mit Familie, Nachbarn und Freunden haben sie ihr Jubiläum zünftig gefeiert.
Die 1957 geborene Antje Haalck ist mit zwei älteren Brüdern auf einem Bauernhof in Niederstolk aufgewachsen. Über Felder streifen, auf Bäume klettern, in freier Wildbahn zelten – Tatendrang und spannende Erlebnisse prägten ihre Kindheit in ländlicher Freiheit. Dank des damaligen Schulverbands lernte sie in den Schulen Stolk, Stolkerfeld und Idstedt, wo sie bereits mit 14 Jahren den Volksschulabschluss schaffte. Anschließend absolvierte sie die Ausbildung zur Friseuse, hörte aber nach einigen Wochen als Gesellin auf, denn: Antje hatte längst Reiner kennengelernt und bekam ihr erstes Kind.
Reiner Haß ist ´53 in Schleswig geboren, hat dort die dänische Schule besucht, bei Firma Brix gelernt und als Elektriker gearbeitet und ist mit seiner Familie 1971 nach Kattbek gezogen. Im Juli ´74 wurde er zum Militär einberufen und nach 15 Jahren als Hauptfeldwebel der Reserve entlassen.
Aber da war er ja längst verheiratet und Vater zweier Kinder.
Und mit der Hochzeit wurde er Stolker: Die Familie wohnte zunächst schräg gegenüber ihres jetzigen Eigenheims, dann im Nordring und seit 1986 in ihrem Haus auf gepflegtem 1284qm Grundstück.
Nach seiner Soldatenzeit blieb Reiner Haß im öffentlichen Dienst, zunächst im Versorgungskommando Flensburg, dann im Materialhauptdepot Silberstedt sowie nach dessen Schließung im Depot Wester-Ohrstedt, wo ausnahmslos alles, was für die Bundeswehr in Afghanistan benötigt wurde, zusammengestellt und verschickt wurde. Im Alter von 60 nutzte Reiner das System der Altersteilzeit und hielt auf. Bis dahin kümmerte sich seine Frau um Familie, Haushalt und Garten und war bekannt als Verkäuferin in Ohlsens Bäckerei.
Etwas Besonderes ist Reiners Tatendrang und Einsatz für die Dorfgemeinschaft: Fußballspieler und Jugendtrainer bei SIF, später im TSV Böklund, viele Jahre in der Feuerwehr, seit fast 50 Jahren im Schützenverein (und König im 100. Jubiläumsjahr), „seit ewigen Zeiten“ mit der 14-tägigen Leerung der Sparclubfächer befasst, seit 40 Jahren im Frühschoppenclub, bekannt als Einkäufer und Ausrufer bei Verspielen früher in vier und heute in zwei Vereinen – und seit acht Jahren als Angestellter der Gemeinde sichtbar erfolgreich verantwortlich für Sauberkeit, Pflege von Anlagen, Grüngutannahme, Winterdienst auf Rad- und Gehweg und Vieles mehr.
„Wenn irgendwo was anliegt, ist er nicht zu halten“, weiß seine Frau. „Aber für uns beide stehen auch zwei Kinder und fünf Enkel obenan: Ein Anruf genügt, und wir helfen gern und sofort.“
