Gewesene Straßensperrung

Um von vornherein kein Missverständnis aufkommen zu lassen, steht in unserer Überschrift „Gewesene“ – also keine Panik: Es geht um die Vollsperrung der Kreisstraße durch Stolkerfeld während der redaktionellen Sommerpause am 7. August.

Wegen der Wichtigkeit hatten wir am 4.8. trotz Pause die Ankündigung gebracht, wohl ahnend, dass kaum jemand sie lesen würde. Tatsächlich wusste auch niemand der in Stolkerfeld vorher darauf Angesprochenen von der auf acht Stunden angesetzten Sperrung. Die Reaktion: „Hätte man nicht ein paar Tage früher in Oberstolk und Helligbek Ankündigungsschilder aufstellen können?“

Aus dieser Sperrung wegen sachbezogen notwendiger Flickarbeiten leiten sich zwei Inhalte ab:

1. Bei Arbeiten auf Kreis- und höherwertigen Straßen sind Außenbereichsbewohner sowie Anliegen von Nutzern gemeindeeigener Wege nicht wichtig. Beispiel: Wer aus Klappholz oder Böklundfeld über Schmöhl ohne einen Hinweis in die Westerlücker Straße einbog („Oh, schon wieder diese Straße!“), der sah nicht einmal bei der letzten Chance umzudrehen (an der Kreuzung im „Paradies“) die Ankündigung einer Sperrung. An der Einmündung in die K49 war dann endgültig Schluss, wie unser Foto zeigt.

Natürlich kann man für ein paar Stunden im weitverzweigten Nebenwegenetz nicht alles berücksichtigen. Das müssen die Leute hinnehmen; aber sie könnten es leichter, wenn man vorher darüber informiert wäre.

2. Ist in den Fotos ein Fehler aufgefallen? Richtig: Es heißt „Poppholz“ mit zwei „p“.Und das hat seinen Grund:

Am „heiligen Bach“, der Helligbek, war um 965 die Nordgrenze der Christianisierung. Bischof Poppo taufte nämlich hier die in Naturreligion lebenden Menschen. Wie er richtig hieß, ist nicht bekannt, wohl aber die Bedeutung seines Missionarsnamens: Der Papst ist in der Kirchensprache „Pappa“. In der Lautverschiebung zwischen Latein und Deutsch mit dem Wechsel von „a“ und „o“ nannte er sich analog „Poppo“, also „Papst des Nordens“. Im benachbarten Poppholz soll er auf einem bronzezeitlichen Grabhügel seine Predigtkanzel gehabt haben.

So hat diese schlecht kommunizierte Sperrung doch noch etwas Gutes: Wir haben etwas aus der Heimatkunde gelernt.