Flora und Fauna im Lüngmoor

Gestern Vormittag begrüßte Benjamin Haase als Vorsitzender des gemeindlichen Umweltausschusses einige Naturfreunde im Vereinshaus Paleg zu einem Vortrag der Jägerschaft über pflanzliches und tierisches Leben im Lüngmoor. Als versierter Redner und Besitzer sehenswerter Tierfotos empfahl sich Kai-Uwe Jensen.

Er nannte das 48 ha große Hochmoor, das zur Hälfte in Stolker Gemarkung liegt, „das einzige Rückzugsgebiet für Wild in Niederstolk“. Entstanden aus einem nacheiszeitlichen Toteisloch, wurde das Moor 1850-´53 vermessen und in 13m breiten und 400m langen „Schiften“ an die Bauern verteilt. Sie haben dort bis 1963 Torf gestochen, der zum Heizen gebraucht wurde.

1979 startete dort ein für Landbesitzer und Gemeinde kostenfreies Projekt, um den zunehmenden Waldcharakter zu beseitigen und das typische, allein regengespeiste Hochmoor zu re-naturieren. Mit Fremdwasser raushalten, Birken beseitigen und Abfluss sperren seien nach seinen Worten in sieben Jahren 190.000DM „verbrannt und nix bewegt worden“, weil längst nichts mehr von den damaligen Maßnahmen zu sehen sei.

Eingehend auf die Gegenwart wies er darauf hin, dass das Landschaftsschutzgebiet ohne Wanderwege vielen Privatleuten gehört und deshalb das allgemeine Betreten nicht erlaubt ist. Ohnehin sei es dort nicht ungefährlich, „weil man einer Bache mit Frischlingen besser nicht in die Quere kommt“ und weil es „Schwimmrasen“ gebe, in die ein Spaziergänger einsinke und als Moorleiche konserviert werde.

Dann wandte sich Kai-Uwe Jensen der reinen Natur zu und nannte als typische Pflanzen Torfmoose, Glockenheide, Wollgras, Krähenbeere und als invasive Art die immer mehr zum Problem werdende Traubenkirsche.

Auch in der Tierwelt gibt es neue Arten, die sich diesen Lebensraum erobern, wie Marderhunde, Wildschweine und Sikahirsche „noch nur auf der Durchreise“. Seine Fotos aus dem Lüngmoor kommentierte der passionierte Jäger informativ und beantwortete Fragen hierzu kompetent.

Wir können wegen der Speicherkapazität an dieser Stelle nur einen ganz kleinen Ausschnitt der Aufnahmen seiner Wildkameras zeigen, nämlich Dachse, einen Fuchs, ein Wildschwein der Sorte „gescheckt“, Kraniche (die ganzjährig bei uns leben), einen schwarzen Damhirsch mit links einer zweiten Geweihstange, eine „schwangere“ Kreuzotter, einen Marderhund, einen sechsjährigen Damschaufler und einen weißen Hirsch.

Dafür haben wir aus unserem Archiv zwei Einblicke ins Lüngmoor hinzugefügt, wobei der aus dem April 2012 genau so eine Fläche zeigt, auf die man nicht treten darf. Wir beenden die Bilderserie mit der kartographischen Lage des Stolker Mooranteils und zwei Ausschnitten unserer Tageszeitungsbeiträge von 1979 und ´80, weil die Thematik  gestern Vormittag im Paleg angesprochen wurde.