Europa und Oberstolk

Oberstolk hat etwas mit Europa zu tun, weil die Ortschaft wegen Leipzig halb abgebrannt ist. Das zu klären bietet sich gerade am heutigen 19. Oktober an; denn vor 213 Jahren endete die Völkerschlacht bei Leipzig (deshalb unser Foto als „Aufhänger“) mit der entscheidenden Niederlage Napoleons und dem Einmarsch der verbündeten preußischen und russischen Truppen in Leipzig.

Die europäischen Befreiungskriege gegen den französischen Militärherrscher brauchten danach nur noch ein „Waterloo“, und dann konnte auf dem Wiener Kongress die alte Ordnung wiederhergestellt werden. Nein, nicht ganz: Dänemark hatte sich wegen der Belagerung Kopenhagens durch die Engländer mit Napoleon verbündet und wurde dafür jetzt bestraft mit dem Verlust Norwegens.

Als flächenmäßig kleine Wiedergutmachung wurde ihm das Herzogtum Lauenburg zugesprochen; doch beide Gebietsveränderungen erhöhten in der Bevölkerung den Anteil der deutsch Sprechenden, so Denkenden und nach Süden Ausgerichteten, wo jenseits der Elbe im Zuge des erstarkenden Nationalismus Zollgrenzen fielen, Bündnisse entstanden und den Wohlstand vorantrieben.

In dieser Gemengelage kam es zum Aufstand der drei südlichen Herzogtümer im Königreich mit der Eskalation eines dreijährigen Krieges ab 1848. In ihm war die größte Schlacht am 25. Juli 1850 die von Idstedt, die durch eine dortige Fehlentscheidung wegen des nicht geplanten Kampfgeschehens in Oberstolk zugunsten Dänemarks entschieden wurde.

Von Leipzig bis Oberstolk kann man daraus lernen, dass nichts, was zur Geschichte wird, für sich allein geschieht, sondern eingebettet ist in eine Abfolge von Ursache und Wirkung. Jede Tat hat eine Reaktion zur Folge und ist selbst eine solche.