Eisrettung

Unser dramatisch wirkendes Starter-Foto stammt von einem Sonntagnachmittag im Januar vom Idstedter See. Wer genau hinschaut, sieht die im Eis eingebrochene Person, die in einem Schutzanzug hierauf vorbereitet war, und eine Sicherungsleine, die schon da ist, bevor der Retter das Opfer erreicht hat und sich nahe der Bruchstelle gleich auf seine luftgefüllte Unterlage legen wird. Es ist also nur eine praxisnahe Übung.

Süderfahrenstedts Gemeindewehrführer Hendrik Hansen hatte hierzu kurzfristig seine und die beiden Nachbarwehren Idstedt und Stolk alarmiert, weil nur am Idstedter See das Zeitfenster für ein solches Szenario möglich, aber kurz war.

Zunächst gab er den herbeigeeilten freiwilligen Feuerwehrleuten eine taktische Unterweisung und zeigte die Gerätschaften, mit denen Süderfahrenstedt zur Eisrettung ausgestattet und für ganz Südangeln zuständig ist.

Danach rüstete sich ein Opfer mit Schutzanzug und Axt aus, spazierte leinengesichert auf den See und schlug ein Loch ins Eis. Zeitgleich machten sich zwei Retter in aufwendiger Montur einsatzbereit, der eine mit aufgeblasenem Eisbrett und luftgefülltem Gürtel für das Opfer, der andere zur Weitergabe von Kommandos ans Ufer oder zweiter Retter, wenn was schiefgeht.

Angespannte Ruhe und Redeverbot herrschte derweil bei der Gruppe, die im Umlaufverfahren mit einem 200m langen Seil nur auf Kommando im richtigen Moment und mit angepasster Geschwindigkeit Retter und Opfer ans Ufer zog.

Allen war klar, dass bei Dunkelheit und Windgeräuschen äußerste Konzentration nötig sein würde, um die Kommunikation zwischen vorderster Front und rückwärtiger Arbeit am Ufer störungsfrei aufrechtzuerhalten. Und auch hierin waren sich alle einig: Die zwei Stunden realistische Übung waren unbedingt sinnvoll investierte Sonntagszeit!