Einbruch ins Eis

Unser Foto sieht dramatisch aus. Doch wer genau hinschaut, erkennt: Hilfe ist unterwegs; eine Leine liegt nämlich schon da. Das Foto ist als Ankündigung gedacht dafür, dass wir morgen einen Beitrag bringen aus Sicht der Freiwilligen Feuerwehr bei einem solchen Einsatz.

Heute beleuchten wir das Thema aus der Perspektive eines Opfers und Ersthelfers:

Grundsätzlich sollte niemand auf zugefrorene Wasserflächen gehen, solange diese nicht behördlich freigegeben sind. Auf dem Eis sind dunkle Flecken zu meiden, weil diese auf dünneres Eis hinweisen. Alarmzeichen sind Geräusche, Risse oder aufs Eis geschwapptes Wasser. Allgemein gefährlicher ist es auf dem Eis in Ufernähe. Wenn es ganz kritisch wird, sollte man sein Körpergewicht durch Hinlegen auf dem Untergrund verteilen.

Wenn man dennoch einbricht, hat man nur eine kurze Zeitspanne, sich nach dem ersten Schock aus dem Wasser zu ziehen; denn die Muskelkraft lässt wegen der Kälte schon nach einer Minute nach. Wenn beim Versuch, sich an der Eiskante herauszuziehen, diese abbricht, sollte man versuchen, das Eis mit dem Ellbogen oder der Faust zu zerschlagen und sich so ans Ufer heranzuarbeiten. Aber in dem Fall hat man sowieso schon etwas falsch gemacht: Dieses Eis hätte man nicht betreten dürfen.

Wer vom Ufer aus solch eine lebensgefährliche Notlage sieht, ruft sofort über 112 die Feuerwehr. Und dann guckt man nach, ob sich in der Nähe irgendwelche Materialien befinden, die bei einem Rettungsversuch helfen könnten, wie etwa eine Leiter, ein großer Ast, ein Seil oder ein Zaunelement. Und dann entscheidet jeder in eigener Verantwortung über das Wagnis eines eigenen Rettungsversuchs.

Was da abläuft, wenn die Feuerwehr am Einsatzort ankommt, das berichten wir morgen.