Das letzte Hemd

Im letzten Monat zeigte sich Verkehrsteilnehmern aus Böklund an unserer Ortseinfahrt dieses Bild. Darauf gab es unterschiedliche Reaktionen:

„Was? Stolk raubt uns das letzte Hemd? Was für ein Blödmann hat das denn aufgehängt?“ – „Bedürftige finden hier Hilfe; die Stolker geben ihr letztes Hemd für Arme.“ – „Das letzte Hemd hat keine Taschen. Stolk haut jetzt alles Geld raus; wozu noch sparen?“

Tatsächlich steckt eine Bewegung dahinter, die unabhängig von der Gemeinde mit der landesweiten Aktion ihr politisches Statement öffentlich macht. In einem Video heißt es als Vorwurf, der Staat würde seinen Bürgern alles wegnehmen: „Sie pressen uns aus, bis nichts mehr zu holen ist. Sie nehmen uns das letzte Hemd, ziehen uns aus bis auf die Haut, Stück für Stück. Und lachen noch, während wir barfuß zurückbleiben.“

Leider blendet diese einseitige Zweiteilung der Welt in die Guten unten und die böse Elite oben aus, wie unser demokratisches System funktioniert. Und ganz wichtig hierbei: Die Aussage hat nichts mit Stolk zu tun. Irgendein einseitig Denkender hat unser Ortsschild nur deshalb gewählt, weil hier täglich viele Hunderte vorbeikommen. Und so gerät ein kleines Dorf plötzlich in den Fokus einer bundesweit agierenden Meinungsgruppe.