Kirchenglocken

Bürgermeister Börensen spielt am Klöppel, weil er heute eingeladen war zur „Auswilderung des Dinosauriers“. Das ist nur scheinbar ein merkwürdiger Zusammenhang: Heute wurde der aus dem Jahre 1574 stammende Glockenturm der Kirche zu Fahrenstedt in Böklund mit zwei neu gegossenen Glocken eingeweiht. Und dazu war der Stolker Bürgermeister zusammen mit seinem Amtsvorgänger eingeladen, weil Stolk sich wie die beiden anderen Kommunen der zu Fahrenstedt gehörenden Kirchengemeinde mit einem Finanzzuschuss an der überaus teuren Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes beteiligt hat.

Weil der Turm ein Innenleben aus Riesen-Holzgerippe nach mittelalterlicher Machart hat, bezeichnete ihn der Architekt des Kirchenkreises als „Dinosaurier der Holzbaukunst“. Und ausgewildert sollte er zur Einweihung sein, weil er eigentlich gestern sein jahrelanges Gerüst verlieren sollte – daher die ungewöhnliche Einladung. Aber Schnee und strenger Frost machten es unmöglich, das Gerüst gefahrlos abzubauen.

Das hielt aber nicht ab von einer Feierstunde in der Kirche, mehrmaligem Läuten der neuen und der alten Außenglocke sowie der Möglichkeit zur Besichtigung des Turminneren. Unsere 13 Fotos zeigen Eindrücke, die die Leser unserer Homepage vielleicht nie wieder zu sehen bekommen.

Da ist zunächst Bürgermeister Kai Börensen am Klöppel der größeren Glocke zugang, die auf den tiefen Ton „h“ eingestimmt ist. Der Schriftzug auf der Glocke lautet „Soli deo gloria“, was „Ehre Gott allein“ bedeutet, mit dem Zusatz „A.D. 2023“. Das zweite Foto zeigt unseren Bürgermeister vor dem „Dinoturm“. Danach schwingt die in den letzten Jahren zu hören gewesene Glocke und wirft zwei Fragen auf: Wer ist der kopflose Pastor, der sie schwingt? Und wer steht hinten am Turm allein? Es folgt die erste Antwort: Pastor Detlef Tauscher. Und dann die zweite: der Stolker Bürgermeister und sein Amtskollege aus Süderfahrenstedt, Johannes Jessen.

Das Glockenläuten galt aber nicht den beiden allein, wie das nächste Foto zeigt. Und dann geht es durch eine für mittelalterlich kleine Menschen gemachte Öffnung ins Innere; zu sehen sind das hohe Gebälk und überhaupt die Holzbaukunst. Die kleine auf „d“ gestimmte Glocke zeigt das aus der Kirche bekannte Symbol für die Wassermühle Wellspang, und auf der großen Glocke prangt eine Eiche als Symbol für die zugehörige Gemeinde Stolk.

Auf dem drittletzten Foto halten sich unser Bürgermeister und die 1. stellvertretende Bürgermeisterin von Böklund, Corinna Gesang, am kleinen Klöppel fest. Dann kommt Süderfahrenstedts Bürgermeister Johannes Jessen dazu sowie ein Vierter Unbekannter, der sich in der Enge des Raumes nicht schnell genug wegduckte.

Zum Schluss runden Johannes Jessen, die große Glocke, Corinna Gesang und Kai Börensen den Besuch im „Dino“ ab.